Servicewüste Deutschland: Erlebnis in der Waschstraße
Nichts ist so gründlich wie Handwäsche…
aber einen Vorteil hat die automatische Waschstraße: Man ist nicht mit unfreundlichem, unmotivierten Personal konfrontiert.
Habe ich doch heute tatsächlich gewagt, meinem Wagen mal wieder eine “Rundumverschönerung” zu gönnen. Ich muss sagen “gewagt”, weil ich mir als Kunde heute mal wieder als ziemlicher Störfaktor vorkam.
Gleich beim Eintreffen der erste Faux-Pas. Bin ich doch nicht gleich in die Waschstraße eingefahren, weil dort schon ein Auto stand (letztes Mal war ich in einer anderen Waschstraße “angegoschelt” worden, weil ich reingefahren bin und nicht draußen gewartet habe…. wie mans macht.
Naja, der nette Herr hinter mir hat mich dann per Hupen auf den richtigen Weg gebracht.
Innen hat mich eine - meinem Eindruck nach schon morgens um halb 9 völlig entnervte - Mitarbeiterin eingewiesen und abkassiert (um nicht sagen “abserviert”). So jemand Unfreundliches ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Als ich gefragt habe, wann ich bezahlen muss, hieß es nur, natürlich jetzt gleich, sonst müsse sie ja hinterher nochmal kommen.
Das mag ja vom Ablauf korrekt sein, aber in so einem pampigen Ton hätte das nicht sein müssen.
Dann wollte ich auch noch 2 EUR in 50er wechseln lassen. Ich hatte aus der letzten Waschstraße in Erinnerung, dass man immer reichlich 50er für die Staubsauger benötigt. Immerhin bekam ich zwei Stück. Also bat ich um 2 weitere und bekam die Antwort, dass ich für das Geld einen LKW aussaugen könne.
Nun gut. Die zwei 50er (wohl je 5 Minuten) haben dann immerhin zum Aussaugen meines Kofferraums gereicht.
Nun habe ich auch noch den blöden Fehler gemacht, zu übersehen, dass der Staubsauger auch 1 und 2 EUR-Stücke nimmt. Die zwei 50er haben mir nirgends hingereicht. Und da es vor dem Eingang der Waschstraße einen Geldwechsler für Wertchips für Staubsauger und Wagenwäsche gab, habe ich also hier 1 EUR gewechselt. Leider gelten diese Wertchips aber anscheinend nur an den reinen Selbstwaschstationen, die es hier auch noch gibt, weswegen ich die freundliche Dame nochmal aufsuchen musste. Folgerichtig hat sie mich angegoschelt, dass ich den Chip nicht brauche und hat widerwillig den Chip wieder gewechselt.
Ich war bedient!
Nach Toiletten und einer Händewaschmöglichkeit habe ich dann nicht mehr gefragt. Zumindest war keine so deutlich ausgeschildert, dass ich sie gefunden hätte. Ich habs mir dann verkniffen, schließlich ist der Bellissimama Bauch-Laden gleich ums Eck.
Fazit: Das Wasch”paradies” Reutlingen hat mich heute genau zwei Mal gesehen - das erste und das Letzte Mal!
Stichworte: Ärgernis, Servicewüste Deutschland, Waschparadies Reutlingen, Waschstraße Reutlingen

Micha schreibt,
29. September 2011 @ 19:22
Ja, das ist schlimm. Ich könnte auch viele Berichte über die Servicewüste Deutschland schreiben. Das fängt ja schon bei den Öffnungszeiten der Behörden an.
Gruß
Micha
Kindermode online schreibt,
29. September 2011 @ 19:42
…und nicht zu vergessen, Termine beim Arzt. Wenn man da Spätnachmittags einen Termin haben möchte, sind die Sprechstundenhilfen immer furchtbar generft.
Weeber schreibt,
19. January 2012 @ 12:20
Guten Tag Frau Völker,
ich habe Ihren “netten” Kommentar zu unserer Autowaschstraße gelesen. Aber jetzt erst mal zu Ihren Beschwerden:
Ihre Frage, wo und wann bezahlt werden muss, war schon mal richtig clever, nachdem meine Bauchtasche mit gut ersichtlichen Geldscheinen drin ungefähr in Ihrer Nasenhöhe hing. Ich habe Ihnen eine schlagfertige Antwort drauf gegeben, die Ihnen wohl gezeigt hat, wie blöd diese Frage war.
Ihren Wunsch, 2 Euro in 50 Cent Stücke gewechselt zu bekommen, ist kein Problem. Schön ist es, wenn es ein Kunde gleich sagt und nicht erst wie Sie, nachdem ich meine Arbeitshandschuhe bereits wieder anhatte und der Kassiervorgang für mich abgeschlossen war.
Dass Ihnen 1 Euro (da kann man 10 Minuten saugen) nur für den Kofferraum gereicht hat, lässt Übelkeit in mir aufsteigen. Pfui Kuckuck, Sie scheinen in einer Müllhalde gefahren zu sein, denn mir reicht 1 Euro, um mein Auto innen tipptopp zu saugen, und bei mir fahren meine beiden Hunde mit. Mahlzeit auch.
Übrigens sind an allen Saugern unmittelbar an der Stelle, wo man das Geld einwirft, große Symbole angebracht mit 50 Cent, 1 Euro und 2 Euro, sodass auch Menschen, die nicht der deutschen Sprache mächtig sind, sofort erkennen, was unsere Sauger schlucken. „Blinde“ müssen natürlich fragen, das ist klar.
Wasserhähne zum Händewaschen sind 2 Stück bei uns, bisher hat sie noch jeder gefunden. Nach diesem schwerwiegenden Wasserhahn-Vorfall mit Ihnen haben wir sofort eine Geschäftsführer-Konferenz einberufen, um zu überlegen, ob wir eine zukünftig eine extra Person einstellen sollten, um Sie, Frau Sonja Völker, zu den gut sichtbaren Wasserhähnen zu begleiten.
Toiletten schildern wir nicht aus. Wir sind übrigens froh, dass Sie nicht nach unserer Toilette gefragt haben (siehe Ihre Müllhalde Kofferraum). Nebenbei: In der Regel dauert ja so ein Autoreinigungsvorgang keine Stunden.
Also, Frau Völker, Ihnen möchte ich zusammenfassend nur so viel sagen: Ich kann mich bestens an Sie erinnern, denn Kunden wir Sie sind ziemlich einmalig. Und hätte ich viele dieser Sorte, müsste ich wahrscheinlich jeden Tag zu einem Psychologen. Nicht schlimm, wenn Sie nicht mehr kommen.
Dipl.-Betriebswirtin Gabi Weeber, Inhaberin der Waschstraße Reutlingen
Sonnuschka schreibt,
23. January 2012 @ 11:01
Danke für Ihre Stellungnahme, Frau Weeber!
Mit meiner Kritik lag ich offensichtlich ganz richtig.
Einen zuvorkommenden Umgang mit dem Kunden habe ich schon vor Ort vermisst. Dies bestätigen Sie mit Ihren eigenen Worten besser als ich es je hätte beschreiben können.